Stressfaktor Lärm – wenn Stille Luxus ist

Am Arbeitsplatz kreischen Maschinen, surren Bürogeräte, klingeln Telefone, in der Freizeit dröhnen Rasenmäher, lärmt der Straßenverkehr oder ertönt nerviges Hundegebell. Wo findet man in der modernen Welt noch wirkliche Orte der Stille? Vermutlich in einer Kirche, einer Bibliothek oder in der Natur – fernab dieser wenigen Ruheinseln sind wir permanentem Alltagslärm ausgesetzt. Viele Menschen sind so an diese Geräusch-Kulisse gewöhnt, dass sie ihr kaum noch Beachtung schenken. Anderen geht der Krach gehörig auf die Nerven und an die Gesundheit: So ergab eine online durchgeführte Umfrage des Umweltbundesamtes, dass sich 83 Prozent der Deutschen von Straßenlärm belästigt fühlen. An zweiter Stelle rangiert Fluglärm, danach folgt Schienenlärm.

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Auch nachts keine Ruhe: Viele Menschen sind von Nachtfluglärm betroffen. Foto: © AndreyPopov – fotolia.com


„Krankmacher“ Lärm: Wenn der Krach zu Herzen geht

Manch ein Formel-1-Fan träumt davon, trotz ohrenbetäubendem Motorheulens ein Rennen aus nächster Nähe zu erleben. Der vergleichsweise harmlose Verkehrslärm vor dem heimischen Fenster hingegen zerrt an seinen Nerven. Klassik-Liebhaber ertragen keine Rock-Musik, und das Kläffen fremder Hunde geht Hundebesitzern eher auf den Geist als das Gebell der eigenen Vierbeiner.

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Lärm kann negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben und beispielsweise das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen steigern. Foto: © Fotos593 – fotolia.com


Zahlen und Fakten: Was ist Lärm?

Laut einer Umfrage des Umweltbundesamtes fühlen sich rund 83 Prozent der Bundesbürger durch Verkehrslärm gestört. 54 Prozent der Befragten leiden unter dem Straßenverkehrslärm in ihrem Wohnumfeld, mehr als 20 Prozent stört der Lärm von Flugverkehr, 17 Prozent der Krach des Schienenverkehrs. Etwa 21 Prozent der Bevölkerung sind von Industrie- und Gewerbelärm genervt. Und etwa 40 Prozent ärgern sich über Lärm aus der Nachbarschaft.

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Strategien gegen Lärm

Die innere Einstellung zu Lärmbelastung überdenken und ändern

Von Kindesbeinen an ist der Mensch dem Lärmpegel der modernen, technisierten Welt ausgesetzt. Verkehrslärm dringt bis in die Wohnung, Musik berieselt uns im Einkaufszentrum, elektrische Geräte rattern und brummen allerorts – Stille ist längst zum Luxus geworden. Schon die Kleinen haben mit Überreizung zu kämpfen, in der Schule machen sich Konzentrationsprobleme breit. Erwachsene versuchen, sich trotz Dauerberieselung in der Leistungsgesellschaft zu behaupten: Neben hohen Anforderungen, Zeitdruck und „Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft“ im Job, kämpfen immer mehr Mitarbeiter in allen Berufssparten mit der allgegenwärtigen Lärmbelastung. Wie die Freiburger Diplom-Psychologin Bettina Engemann warnt, kann sich Lärm „sehr komplex auf die menschliche Psyche auswirken“.

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Mediziner warnen: Alltagslärm kann die Gesundheit schädigen. Foto: © MonkeyBusiness – fotolia.com


Stress durch Lärm: Stressauslösern einen positiven Sinn geben

Der Presslufthammer an der Baustelle, die schwatzhafte Kollegin am Arbeitsplatz, der schnarchende Partner im Bett – Alltagslärm und der damit verbundene Stress sind allgegenwärtig. Wie stark die Geräuschkulisse die Nerven strapaziert, hängt von der Lärmresistenz jedes Einzelnen ab. Nach Erkenntnis der Freiburger Diplom-Psychologin Bettina C. Engemann kann vor allem ungewohnter und dauerhafter Lärm Gefühle von Wut, Aggression und Hilflosigkeit auslösen. Lärmgeplagte reagieren ihren Mitmenschen gegenüber leicht ungeduldig und gereizt. Hält die Geräuschbelästigung dauerhaft an, sind die Gedanken oft völlig auf den Lärm fixiert. Die Betroffenen fragen sich: Wann geht es wieder los? Wie laut wird es dieses Mal werden?

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Tipps gegen Lärm: Wie Dauerkrach zur Nebensache wird

Dauerlärm kann wütend und aggressiv machen und viele Lärmgeplagte fühlen sich dem Krach hilflos ausgeliefert. Experten weisen darauf hin, dass die psychische Belastung durch Lärm zu stressbedingten Folgekrankheiten wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann.

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Weitere Informationen:
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