Stressfaktor Lärm – wenn Stille Luxus ist

Lärm kann Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern

Die Auswirkung des Lärmes moderner Fortbewegungsmittel auf die menschliche Gesundheit ist nicht unerheblich: Prof. Thomas Münzel, ärztlicher Direktor der 2. Medizinischen Klinik und Poliklinik an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, simulierte in Lärmwirkungs-Studien Nachtfluglärm. Dabei wurde die Wirkung auf die Gefäßfunktion von Gesunden und von Patienten mit Herzkranzgefäß-Erkrankungen untersucht. Die Studien ergaben, dass bereits Flugzeuge, die mit weniger als 50 Dezibel Wohngebiete kreuzen, Auswirkungen auf die Anwohner haben können. Die Probanden schliefen unruhig, die Gefäßfunktion der Teilnehmer war beeinträchtigt, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen stieg.

Lärmbelastung schon für Kinderohren

Wie das Umweltbundesamt feststellte, klagen auch Kinder bereits über Lärmbelastung. Viele fühlen sich tagsüber davon gestört und können nachts oft nicht schlafen. Jedes achte Kind der Altersgruppe 8 – 14 wies eine auffällige Hörminderung auf. Erschreckend auch das Ergebnis der Initiative „Das gesunde Ohr“: Etwa neun Millionen Teenager leiden inzwischen an Hörstörungen. Die Gründe: Schallintensive Musik auf Konzerten, in Diskotheken, Dolby-Surround beim Actionfilm im Kino und laute Lieblingsmusik über Kopfhörer. Auf Dauer halten die empfindlichen Hörnerven dem massiven Lärm nicht stand.

Seelische Auswirkungen von Alltagslärm

Je nachdem wie stark das Nervenkostüm eines Menschen ist, können Geräusche die innere Ruhe und Ausgeglichenheit massiv stören. Werden Tätigkeiten, die eine hohe Aufmerksamkeit verlangen, stetig von Zwischengeräuschen unterbrochen, macht sich schnell nervöse Unruhe breit. Fehlender Nachtschlaf erhöht den Stresslevel, die Betroffenen fühlen sich überfordert und sind gereizt. Der Einsatz natürlicher Arzneimittel und Strategien zum Schutz vor Alltagslärm können dabei helfen, die nötige seelische Balance, Ruhe und Gelassenheit zurück zu gewinnen:

  • Ohrstöpsel können im Büro phasenweise Erleichterung bringen.
  • In der Pause den Arbeitsplatz verlassen und in den Stadtpark gehen.
  • Geräuschvolle Drucker oder Kopierer in einen Nebenraum verbannen.
  • Grünpflanzen als Geräuschpuffer auf dem Schreibtisch und den Fensterbrettern verteilen.
  • Mobile Klappwände können im Großraumbüro als Abschirmung gegen Lärm dienen.

  • Nach Feierabend für Inseln der Stille sorgen: Spaziergänge in die Natur unternehmen.
  • Ruhige Geselligkeit genießen, zum Beispiel bei einem Ausflug in die Sauna oder einem nettem Abendessen mit Freunden.

Auch nachts keine Ruhe: Viele Menschen sind von Nachtfluglärm betroffen. Foto: © AndreyPopov – fotolia.com