Stress durch Lärm: Stressauslösern einen positiven Sinn geben

Negative Erwartungshaltung löst Stress durch Lärm aus

Diese negative Erwartungshaltung kann eine Lärmempfindlichkeit begünstigen und starken emotionalen Stress durch Lärm auslösen. Laut der Stress-Expertin kann eine „Phonophobie“ auftreten, bei der gewisse, negativ besetzte Geräusche als Belästigung empfunden werden. So fühlen sich die Betroffenen oft schon durch Geräusche belastet, die ihren Mitmenschen völlig „normal“ erscheinen, wie etwa das Läuten eines Telefons oder das Umblättern der Zeitung am Frühstückstisch. Lärmgestresste sind in der Regel häufiger krank, klagen vermehrt über Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen. Auf körperlicher Ebene kann es zu Verdauungsstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen.

„Reframen“ macht Sinn

Wie Bettina C. Engemann erklärt, lässt sich Stress durch Lärm in vielen Fällen umdeuten. In der Fachsprache wird dies „reframen“ genannt. „Das klappt, etwa wenn wir dem Lärm einen Sinn geben, wir uns klar machen, dass er einen Vorteil für uns hat oder zeitlich begrenzt ist.“ Ein gutes Beispiel dafür ist eine Zahnarztbehandlung, bei der man sich sagen kann, dass mit jedem Bohren das Ende der Behandlung näher rückt. Oder wenn der Nachbar den Rasen mäht, weiß man: Bald duftet es nach frischem Gras. Bei Stress durch Lärm kann so das negative Empfinden abgeschwächt werden.