Strategien gegen Lärm

Schrill, laut und ungewohnt

Vor allem ungewohnte Geräusche von hoher Frequenz und dauerhaft starker Lärm werden als störend empfunden. Eine negative Einstellung zum Lärmauslöser kann die Belästigung verstärken. So toleriert man das laute Bellen des eigenen Hundes eher als das Gebell von fremden Vierbeinern. Lärmgestresste reagieren in der Regel entweder mit Aggression, was die Leistungsfähigkeit einschränkt, die Nerven belastet und den Kontakt zu den Mitmenschen beeinträchtigt, oder mit Resignation, was die Betroffenen hilflos werden lässt und nicht selten zu einem sozialen Rückzug führt.

Lärmtolerante Menschen als Vorbild

Hilfreich für Lärmgeplagte ist es, sich an der Gelassenheit anderer Mitmenschen zu orientieren, die „Opfer-Haltung“ aufzugeben und an der inneren Einstellung zu arbeiten. Laut der Diplom-Psychologin Bettina Engemann könne man Lärm umdeuten, was in der Fachsprache „reframen“ genannt wird: „Das klappt, wenn wir dem Lärm etwa einen Sinn geben, wir uns klar machen, dass er einen Vorteil für uns hat oder zeitlich begrenzt ist. Ein gutes Beispiel ist der Bohrer des Zahnarztes: Immer, wenn gebohrt wird, bringt mich das dem Ende der Behandlung näher. Oder wenn der Nachbar den Rasen mäht, weiß ich: Bald duftet es nach frischem Gras.“

Mediziner warnen: Alltagslärm kann die Gesundheit schädigen. Foto: © MonkeyBusiness – fotolia.com