Kann Stress den Schlaf kosten?

Stress erhöht den Kortisolspiegel nachweislich

Stress kann auf der psychischen Ebene Ängste und Depressionen auslösen. Vor allem dann, wenn die Betroffenen dazu neigen, eine Situation überzubewerten oder das Schlimmste zu befürchten. In bestimmten Arealen des Gehirns werden dabei Botenstoffe aktiviert, die in hormonelle Signale umgewandelt und an den Körper weitergeleitet werden. Die Stresssignale aus dem Gehirn führen zu einer Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin sowie zu einer Freisetzung von Kortisol. „Die Erhöhung des Kortisolspiegels kann als ein Indikator gewertet werden, dass ein Mensch unter Stress steht und in seinem psychischen Wohlbefinden beeinträchtigt ist“, so Professor Manfred Schedlowski vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie der Medizinischen Fakultät Duisburg-Essen anlässlich des „Tag der inneren Balance“ 2017.

Studie zum Effekt eines natürlichen Arzneimittels

Eine Doppelblindstudie mit 66 gesunden Probanden untersuchte die Effekte des natürlichen Arzneimittels Neurexan® auf den Kortisolspiegel in einer experimentellen akuten Stresssituation. Im Experiment mussten sich die Teilnehmer zunächst einem Bewerbungsgespräch stellen und anschließend unter Zeitdruck eine schwierige Rechenaufgabe lösen. Alle Teilnehmer reagierten mit einer Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks sowie mit einer erhöhten Kortisol-Ausschüttung. In der Neurexan®-Gruppe kam es jedoch zu einer statistisch signifikanten Verringerung des Speichel-Kortisolspiegels im Vergleich zur Placebogruppe. Das heißt für Schlafgestörte: Um den Schlaf in der Nacht zu verbessern, sollte man Neurexan® bereits am späteren Nachmittag einnehmen. Dadurch erhält der Organismus die Chance, seinen eigenen Rhythmus und in einen gesunden Schlaf zu finden.

Subjektives Stressempfinden beeinflusst die Schlafqualität

Wie sich Stress tatsächlich auswirkt, hängt jedoch auch ganz wesentlich von der persönlichen Situation, der Wahrnehmung und Bewertung des Betroffenen ab. „Wird Stress als Bedrohung empfunden, führt dies in der Regel zu einer vermehrten Kortisol-Ausschüttung“, so der Wissenschaftler. Die Bewertung und Wahrnehmung von Stress wirkt sich daher ebenfalls auf den Schlaf und die Schlafqualität aus. Deshalb erfordert die Behandlung von Schlafstörungen oftmals auch die Beeinflussung kognitiver Verhaltensweisen der Betroffenen. Das Ziel: Die Wahrnehmung zu verändern und eine Beruhigung und Stabilisierung der Situation zu erreichen. „Die Veränderung der Wahrnehmung von Stress und eine positive Einstellung können oftmals zu einer Besserung beitragen“, so Schedlowski.

Quelle:
1 Doering BK et al.: Life Scienes 2016; 146:139-147

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